Das Äußere
der Kirche
Der „Dom des Waldviertels“ wurde 1950 bis 1953 nach den Plänen
des Wiener Architekten Josef Friedl von einer einheimischen Firma (unter P.
Richard Wagner OMI) erbaut. Er ist ein zentraler Kuppelbau mit überhöhtem
Presbyterium mit Apsis und monumentalem „Westwerk“. Die Anlage
wird auf beiden Seiten durch die Zubauten des Pfarrhofes und des Pfarrheimes
erweitert und abgeschlossen. Die vor allem dem frühroma- nischen Formengut
verpflichtete Stirnseite wird von den beiden 26,6 m Türmen mit ihren Walmdächern
beherrscht. Eine 25 m breite Treppenanlage führt zum Hauptportal, das
von zwei wuchtigen Steinreliefs flankiert ist. Sie sind das Werk des Akademischen
Bildhauers Adolf Treberer-Treberspurg und stellen die beiden Erzengel Gabriel
(mit Lilie) und Michael (mit Schwert) dar. Darüber sind als Abschluss
des Chor-Erkers die Evangelistensymbole (Engel-Mensch = Mt, Löwe = Mk,
Stier = Lk und Adler = Joh) angebracht. Sie stammen ebenfalls von Treberer-Treberspurg
und sind aus grauem Kunststein gearbeitet (1953). Das Kupferdach des Erkers
verweist auf das vergoldete Kreuz mit Strahlenkranz aus der Werkstätte
des Kunstschlossers Hölzl aus St. Pölten.
Der linke Turm enthält in der Glockenstube die größte Glocke aus dem Jahr 1957. Sie wiegt 1500 kg und zeigt das Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und trägt die Inschrift: „Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für die Opfer des Krieges und um den Frieden – Gmünd II – (Pfundner 1957)“ – Ton d/1.
Der rechte Turm enthält in der Glockenstube drei Glocken. Die zweitgrößte, die „Herz-Jesu-Glocke“, wiegt 750 kg und zeigt als Bild ein Herz-Jesu-Medaillon und trägt die Inschrift: „Dem heiligsten Herzen Jesu für die Bekehrung der Sünder – Gmünd II – (Pfundner 1957)“ – Ton fis-ges 1. Die drittgrößte, die „Marienglocke“, wiegt 420 kg und zeigt als Bild die Immaculata und trägt die Inschrift: „Der Unbefleckten im Jubiläumsjahr 8.XII.1854 – 1954 – Gmünd – (Pfundner 1953)“ – Ton a/1. Die kleinste, die „Josef-Glocke“, wiegt 300 kg und zeigt das Bild des hl. Josef mit dem Jesuskind in den Armen und mit einer Lilie und trägt die Inschrift: „Bitte für uns alle um einen seligen Tod – gewidmet von der Landw. Kartoffelverwertungs-AG Gmünd – (Pfundner 1957)“ – Ton ais-b 1.
Neben dem Kirchenplatz wurde 1966 eine von Carl Hermann (1918-1986) geschaffene 20 Tonnen schwere Plastik, genannt „Die Trauernde“ aufgestellt. Das Kriegerdenkmal soll an die Gefallenen beider Weltkriege erinnern. Auf vierzehn Inschrifttafeln sind die Namen der 111 Opfer des Ersten Weltkrieges (1914 - 1918) und der 457 Opfer des Zweiten Weltkrieges (1939 -1945) zu lesen.
Zum Gedenken an die über 30.000 Flüchtlinge aus den ehemaligen Kron-ländern Bukowina und Galizien, die im Ersten Weltkrieg hier starben, wurde 1964 beim Flüchtlingsfriedhof (Dr. Karl Renner Straße) ein Mahnmal enthüllt. Dieses Denkmal wurde nach dem Entwurf von Bildhauer Georg Kruk ebenfalls von Carl Hermann geschaffen.
Das Innere
der Kirche (43,5 m x 22,5 m)
Das Presbyterium wird seit der Innenrenovierung 1984 (unter P. Rudolf Hohmann
OMI) nach einer Idee des Baumeisters Franz Graf aus Gmünd durch den runden
Altar aus Salzburger Marmor und die Umfassungswände mit dem durch die
Kuppel beherrschten Kirchenschiff organisch verbunden. Seither ist ein aktives
Mitfeiern der heiligen Messe für die Gottesdienstteilnehmer wesentlich
leichter.
Der Tabernakelschmuck stammt
aus dem Kunstatelier E. Klobasser aus Wien. Es sind Mose und die eherne Schlange,
die Speisung der Fünftausend dargestellt und die eucharistischen Symbole
in Emailarbeit ausgeführt.
Die Apsiswand ziert
ein Fresko, vom Künstlerehepaar Piffl-Moser aus Wien geschaffen. Links
von der thronenden Christusfigur wird in einzelnen Gestalten die Kirche
in ihren geweihten Vertretern dargestellt. Ihnen entspricht je ein Gotteshaus:
die Pfarrkirche steht für die Pfarrgemeinde, die Domkirche von St.
Pölten für die Diözese, der Petersdom in Rom für die
Weltkirche.
Rechts wird in einzelnen Vertretern die Kirche in den weltlichen Ständen
dargestellt. Christus, als thronender Weltherrscher dargestellt, hält
die Weltkugel in der linken Hand. Damit ist die Weltherrschaft Christi dargestellt.
Jesu Rechte ist zum Segen erhoben: Er ist uns zugewandt, wir stehen unter seinem
Segen. Dazwischen ist das geöffnete Herz zu erkennen. Es ist dies auch
ein Hinweis auf das Patrozinium der Kirche, wurde sie doch als Pfarrkirche „Zum
heiligsten Herzen Jesu“ errichtet.
Der Ambo ist
mit einem Holzrelief des einheimischen Künstlers Carl Hermann geschmückt.
Jesus wird als Verkünder des Neuen Testamentes dargestellt, flankiert
von den beiden Aposteln Petrus (mit Schlüsseln) und Paulus (mit Schwert)
als Lehrer der Juden- und Heidenkirche.
Im Altarraum links
wurde 1997 das von einem Verein und von Wohltätern finanzierte Truhenpositiv
aufgestellt. Es wurde von Orgel-Baumeister Bruno Riedl aus Linz gebaut
und hat folgende Disposition:
Manual C-f3 54 Töne und Tasten mit einer Schleifenteilung bei h°/C´.
Bordun 8´Bass+Diskant, Principal 4´Bass+Diskant, Rohrflöte
4´Bass+Diskant, Nasat 2 2/3´Diskant, Gemshorn 2´Bass+Diskant,
Terz 1 3/5´Diskant, Quinte 1 1/3´Bass+Diskant, Regal 8´Bass+Diskant;
Pedal D-d´ 27 Töne und Tasten angehängt. Die Truhenorgel besitzt
378 Pfeifen.
Den linken Seitenaltar ziert eine Statue des hl. Josef des Arbeiters, die vom Bildhauer Othmar Lux aus Vöcklabruck 1957 geschaffen wurde.
Der rechte Seitenaltar
trägt eine Holzstatue der Schutzmantelmadonna von
Treberer-Treberspurg aus 1954. Maria hält das Jesuskind in den Händen
und birgt die Christenheit unter ihrem Mantel.
Rechts unten ist ein kniender Mann zu sehen, der Mit der beide Hände gefaltet
und gleichzeitig mit der rechten den Mantel Mariens umgreift.
Rechts davon beginnt die Reihe der vierzehn Kreuzwegstationen, die noch aus der alten provisorischen Notkirche stammen. Unter der Empore befinden sich die Beichtstühle, die Weihwasserbecken und das Taufbecken in einem eigenen, kapellenartigen Raum.
Auf der ersten
Holztüre in der linken Seitenwand sind die wichtigsten Daten aus der
Geschichte der Kirche vermerkt:
„ Diese Kirche wurde gebaut: 1950-1953 durch die Diözese St. Pölten.
Die Ausstattung des Innenraumes wurde aufgebracht durch die Pfarrgemeinde und
edle Wohltäter. – 3.IX.1950: Spatenstich – Grundsteinlegung:
22.X. – 19.X.1952 Kreuzsteckung – Kirchweihe: 4.X.1953 – 23.X.1955:
Orgelweihe – Glockenweihe: 4.X.1957.“
Die 24 durch Rippen geteilten Sektoren der Flachkuppel (Höhe = 12,7m; Dm = 21,8m) zeigen Heiligen-figuren von Professor Lucia Jirgal aus Wien. Stellt das Apsisfresko Vertreter des pilgernden Volkes Gottes dar, so illustriert die Kuppel die große Gottesvision, die im letzten Buch der Bibel geschildert ist. Mit dem Seher Johannes tun wir einen Blick in den Himmel, in dessen Mitte Christus als Lamm zu sehen ist, das auf dem ver- siegelten Buch ruht.
Umgeben ist das Lamm von den „vierundzwanzig Ältesten“ und den „vier Wesen“ (Evangelistensymbole) in den Eckzwickeln der Decke (Vgl. Offb 4 und 5). Dargestellt sind die vom Volk viel verehrten Schutzpatrone, Nothelfer und österreichischen Heiligen. Neben einem heiligen Mann ist jeweils eine heilige Frau zu sehen, deren Gedenktag im Folgenden angeführt ist.
Die Orgel erhebt sich über der Musikempore und wurde am 23. Oktober 1955 geweiht. Das Orgelgehäuse ist die Spende einer einheimischen Firma. Die Orgel selbst stammt von der Firma Mauracher aus Linz. Im Jahr 2005/2006 wurde die Orgel einer Reparatur unterzogen.
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DIE KAPELLEN |
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